Nachruf Georg Vischer

Abschied vom ehemaligen Präsidenten von IRAS COTIS (2003–2012)

Am 20. August verstarb Georg Vischer, mein Vorgänger als Präsident von IRAS COTIS. Der ehemalige Kirchenratspräsident von Basel-Stadt und reformierte Pfarrer übernahm den Verein 2003 und richtete ihn neu aus. Er wollte IRAS COTIS nicht nur als interreligiöse Dachorganisation verstanden wissen, sondern mit verschiedenen Projekten auch thematisch Zeichen setzen. So initiierte er 2006 die erste Studie in der Schweiz zu Religiösen Minderheitsgemeinschaften und ihren Religionsverantwortlichen und organisierte im Jahr darauf eine gutbesuchte Tagung im Zürcher Volkshaus zum Thema Religionsfreiheit.

Ein Höhepunkt war sicherlich 2007 die Eröffnung der erstmalig durchgeführten «Woche der Religionen» im KKL in Luzern. Die Miete des KKL für diesen Anlass und das damit verbundene finanzielle Risiko kosteten Georg Vischer mehrere schlaflose Nächte. Aber das mitreissende Konzert des Chors der Nationen war ein voller Erfolg und die Woche der Religionen wurde fortan zu einem Leuchtturmprojekt von IRAS COTIS. Dafür dufte Georg Vischer 2011 den «Reconciliation Award» der S.E.R. Foundation, einer den Vereinten Nationen (UN) angeschlossenen Unterorganisation, entgegen nehmen.

Im Vorfeld der Anti-Minarett-Abstimmung 2009 engagierte sich Georg Vischer im Namen von IRAS COTIS zusammen mit Gleichgesinnten gegen diese Initiative – leider vergeblich, wie wir wissen. Es bekümmerte Georg zu realisieren, wie schwer es ist, mit interreligiösen Anliegen in die Zivilgesellschaft hineinzuwirken. Eine Feststellung, die auch heute noch gilt.

Aber es ist nicht nur sein grosses Engagement für den Interreligiösen Dialog, welches in dankbarer Erinnerung bleiben wird, sondern vor allem Georg Vischer als scharfsinniger, offener und äusserst liebenswürdiger Mensch.

Seinen Angehörigen entbieten wir unser herzlichstes Beileid.

Rifa’at Lenzin